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Ein neuer Welpe zieht ein — aufregender kann der Start in ein Hundeleben kaum sein. Gleichzeitig stehen viele frischgebackene Hundebesitzer vor denselben Fragen: Wie viel Freiheit gebe ich meinem Welpen? Wann fange ich mit der Erziehung an? Und was mache ich wenn er nachts winselt?
Die ersten vier Wochen sind entscheidend. Was dein Welpe jetzt lernt — oder nicht lernt — prägt ihn für sein ganzes Leben. Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so kompliziert, wenn man weiß worauf es ankommt.
Ich erkläre dir Schritt für Schritt was in den ersten vier Wochen wirklich wichtig ist.

Woche 1: Ankommen lassen — nicht überfordern
Der häufigste Fehler in der ersten Woche ist zu viel auf einmal. Besuch von Freunden, Ausflüge, neue Reize — all das ist für einen Welpen riesiger Stress.
Was du in Woche 1 tun solltest:
- Gib deinem Welpen einen festen, ruhigen Schlafplatz — am besten eine Hundebox oder ein Körbchen in deinem Schlafzimmer
- Feste Fütterungszeiten einführen — 3 Mahlzeiten pro Tag sind ideal
- Lass ihn die Wohnung in Ruhe erkunden — ohne ständige Unterbrechungen
- Vermeide große Menschenmengen in den ersten Tagen
Was du in Woche 1 nicht tun solltest:
- Deinen Welpen alleine lassen für lange Zeit
- Ihn für Unfälle beim Stubenreinheitstraining bestrafen — er kann noch nichts dafür
- Ihn mit zu vielen neuen Eindrücken überfluten
Ganz einfach erklärt: Stell dir vor du kommst in ein fremdes Land, kennst niemanden und verstehst die Sprache nicht. Du würdest auch erst mal Ruhe brauchen, oder?
Ein Punkt, der in der ersten Woche gern untergeht: In einigen Bundesländern ist eine Hundehaftpflicht vorgeschrieben — in Niedersachsen zum Beispiel für jeden Hund über sechs Monate. Kläre früh, was bei dir gilt: Hundehaftpflicht: Pflicht oder nicht?
Woche 2: Die ersten Regeln einführen
Jetzt darf die Erziehung langsam beginnen. Dein Welpe ist angekommen und bereit zu lernen.
Die wichtigsten Regeln die du jetzt einführst:
Stubenreinheit:
Bringe deinen Welpen alle 1–2 Stunden nach draußen — nach dem Schlafen, nach dem Fressen und nach dem Spielen. Sobald er draußen sein Geschäft macht: sofort loben und belohnen. Nie schimpfen wenn er drinnen einen Unfall hat — einfach sauber machen und weitermachen.
Name lernen:
Sag den Namen deines Welpen in freundlichem Ton und belohne ihn sobald er zu dir schaut. Das ist der erste Schritt zum Rückruf.
Beißhemmung:
Welpen beißen — das ist normal. Wenn er zu fest beißt: kurz aufhören zu spielen und ignorieren. Er lernt so: Zu hartes Beißen beendet den Spaß.
Woche 3: Grundkommandos beginnen
In Woche 3 ist dein Welpe bereit für die ersten richtigen Kommandos. Halte die Übungen kurz — maximal 5 Minuten am Stück, mehrmals täglich.
„Sitz“ beibringen — so geht es:
- Halte ein Leckerli über den Kopf deines Welpen
- Er schaut nach oben und sein Hintern geht automatisch runter
- Sobald er sitzt: „Sitz“ sagen und Leckerli geben
- Nach 3–5 Wiederholungen Pause machen
„Bleib“ vorbereiten:
Lass deinen Welpen kurz sitzen, mach einen kleinen Schritt zurück, komm sofort zurück und belohne. Distanz und Zeit langsam steigern.
Wichtig: Niemals mit deinem Welpen schimpfen wenn er einen Fehler macht. Einfach neu anfangen. Welpen haben eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne — das ist völlig normal.
Woche 4: Sozialisation — jetzt ist es entscheidend
Die Sozialisationsphase beim Hund endet ungefähr mit der 16. Lebenswoche. Das bedeutet: Was dein Welpe jetzt kennenlernt, wird er später als normal empfinden. Was er nicht kennt, kann ihm Angst machen.
Was dein Welpe in Woche 4 kennenlernen sollte:
- Andere ruhige, geimpfte Hunde
- Verschiedene Menschen — Männer, Frauen, Kinder, Menschen mit Hut oder Bart
- Verschiedene Geräusche — Staubsauger, Autos, Musik
- Verschiedene Untergründe — Gras, Pflaster, Treppen
Wie du das richtig machst: Nicht reinwerfen — begleiten. Zeig deinem Welpen neue Dinge in deiner ruhigen Gegenwart. Deine Gelassenheit überträgt sich auf ihn.
Der häufigste Fehler aller vier Wochen
Inkonsequenz. Das ist der einzige wirklich gefährliche Fehler in der Welpenerziehung.
Wenn dein Welpe heute aufs Sofa darf und morgen nicht — wenn du heute lachst wenn er springt und morgen schimpfst — lernt er gar nichts. Er versteht die Regeln nicht und wird unsicher.
Klare, liebevolle Konsequenz ist das Fundament jeder guten Erziehung.
Du möchtest von Anfang an alles richtig machen?
Die Tipps in diesem Artikel geben dir einen soliden Start. Wenn du aber sichergehen möchtest dass du wirklich nichts übersiehst — und deinen Welpen von Anfang an optimal begleitest — empfehle ich dir die Online-Hundeschule von Conny Sporrer.
Sie ist ausgebildete Martin Rütter DOGS Trainerin und hat bereits über 5.000 Hundebesitzer begleitet. Die Kurse sind speziell auf den deutschen Alltag ausgerichtet, gewaltfrei und sehr verständlich erklärt.
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Fazit
Die ersten vier Wochen mit deinem Welpen sind intensiv — aber auch wunderschön. Mit Geduld, Konsequenz und der richtigen Methode legst du das Fundament für ein Leben mit einem ausgeglichenen, glücklichen Hund.
Hast du gerade einen Welpen und eine Frage die ich noch nicht beantwortet habe? Schreib sie in die Kommentare — ich helfe gerne!
Wenn du die ersten Wochen strukturiert angehen willst, statt dich von Video zu Video zu hangeln: Stefanie Ströbele, die nach eigenen Angaben als Hundetrainerin über die amtliche Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz verfügt, bietet dafür einen Onlinekurs an — das Welpentraining (Werbung). Laut Anbieterin sind es Videolektionen, die du in deinem eigenen Tempo durcharbeitest. Selbst mitgemacht habe ich den Kurs nicht, die Beschreibung stammt von ihrer Seite.
Gerade am Anfang entsteht ein Muster, das später mühsam zu korrigieren ist: Der Welpe lernt, auf die Hand zu schauen statt auf das Signal. Wie du das von vornherein vermeidest, erklärt Belohnung von Anfang an richtig einsetzen. Ein Welpenkurs ist der übliche Einstieg — was er kostet und womit du im ersten Jahr sonst noch rechnen solltest, steht hier: Was kostet eine Hundeschule? Womit du im ersten Jahr sonst noch rechnen solltest — Steuer, Haftpflicht, Tierarzt, Futter — steht hier aufgeschlüsselt: Was kostet ein Hund im Monat? Was das erste Jahr mit einem Welpen finanziell bedeutet — Schutzgebühr, Erstausstattung, Impfungen, Kurs — habe ich hier durchgerechnet: Was kostet ein Welpe im ersten Jahr?
Lies auch: Hund bellt zu viel — 5 Ursachen und was du dagegen tun kannst
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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und persönliche Erfahrungen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Hundetrainer oder Hundeverhaltensberater und keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Jeder Hund ist anders — was bei einem Hund funktioniert, kann bei einem anderen ungeeignet sein. Bei Verhaltensauffälligkeiten, gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheit wende dich bitte an deinen Tierarzt oder einen ausgebildeten Hundetrainer vor Ort. Eine Haftung für Schäden aus der Anwendung der hier beschriebenen Tipps ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.
