Dein Hund dreht durch wenn du das Haus verlässt? Du hast ein schlechtes Gewissen und weißt nicht wie du es ändern kannst?
Hier erfährst du wie es wirklich funktioniert.

Du willst kurz einkaufen gehen — und weißt schon genau was passiert. Dein Hund jault, kratzt an der Tür oder verwüstet die Wohnung. Du hast ein schlechtes Gewissen und er leidet.
Dabei ist es völlig normal und wichtig dass ein Hund lernt alleine zu sein. In diesem Artikel zeige ich dir wie das Schritt für Schritt klappt — ohne Stress für dich und deinen Hund.
Warum manche Hunde nicht alleine bleiben können
Bevor wir mit dem Training starten ist es wichtig zu verstehen warum dein Hund Probleme damit hat.
Hunde sind Rudeltiere — für sie ist Alleinsein von Natur aus ungewohnt. Es ist kein Trotz und keine Bosheit. Dein Hund ist schlicht überfordert.
Häufige Ursachen:
→ Nie systematisch ans Alleinsein gewöhnt worden
→ Als Welpe zu selten alleine gelassen
→ Besitzerwechsel oder traumatische Erlebnisse
→ Trennungsangst (ernsteres Problem das separate Behandlung braucht)
→ Zu wenig Auslastung und Bewegung
Wie lange darf ein Hund alleine bleiben?
Das ist eine der häufigsten Fragen — und die Antwort hängt vom Alter ab:
Welpe (bis 6 Monate):
→ Maximal 1-2 Stunden
→ Braucht noch sehr viel Nähe
Junghund (6-12 Monate):
→ Maximal 2-3 Stunden
→ Gewöhnung noch im Aufbau
Erwachsener Hund (ab 1 Jahr):
→ 4-6 Stunden sind akzeptabel
→ Mit guter Vorbereitung möglich
Senioren:
→ Wieder kürzer — max. 4 Stunden
→ Brauchen mehr Fürsorge
Wichtig: Mehr als 6 Stunden täglich ist für keinen Hund in Ordnung — egal wie gut trainiert er ist.
Hund alleine lassen — Schritt für Schritt
Das ist kein Sprint sondern ein Marathon. Wer zu schnell vorgeht macht es schlimmer. Plane mindestens 2-4 Wochen ein.
Schritt 1 — Den Hund auslasten
✅ Vor dem Alleinsein immer:
→ Ausreichend Spaziergang
→ Mentale Beschäftigung (Schnüffelspiele, Suchaufgaben)
→ Ein müder Hund bleibt ruhiger
Schritt 2 — Einen sicheren Platz schaffen
✅ Fester Liegeplatz der nur ihm gehört
✅ Vertrauter Geruch (altes T-Shirt)
✅ Kein Zugang zu Bereichen die ihn stressen
✅ Kauartikel oder Beschäftigung für die erste Zeit
Schritt 3 — Kurze Abwesenheiten üben
Tag 1-3:
→ Nur 1-2 Minuten aus dem Zimmer gehen
→ Ruhig zurückkommen — kein Theater
Tag 4-7:
→ 5-10 Minuten
→ Kurz das Haus verlassen
Woche 2:
→ 20-30 Minuten steigern
→ Immer ruhiger Abschied
Woche 3-4:
→ Langsam auf 1-2 Stunden steigern
→ Nur steigern wenn Hund ruhig bleibt
Schritt 4 — Verabschiedung und Begrüßung
❌ Diese Fehler machen es schlimmer:
→ Langes dramatisches Tschüss sagen
→ Den Hund beim Weggehen bemitleiden
→ Übertriebene Begrüßung wenn du zurückkommst
✅ So machst du es richtig:
→ Ruhig und neutral weggehen
→ Kein langes Streicheln vorher
→ Erst begrüßen wenn der Hund
ruhig ist — nicht wenn er springt
Was tun wenn der Hund trotzdem dreht?
🟡 Hund jault kurz dann wird ruhig:
→ Normal — einfach weiter üben
🟡 Hund ist nach 30 Min noch unruhig:
→ Schritte zurückgehen, kürzere Zeiten üben
🔴 Hund zerstört Wohnung, verletzt sich, hört nicht auf zu jaulen:
→ Das ist echte Trennungsangst — hier braucht ihr professionelle Hilfe
Hilfsmittel die das Training unterstützen
✅ Kamera/Babyphone:
→ So kannst du beobachten wie er reagiert
✅ Kauartikel und Futterbeschäftigung:
→ Lenkung für die ersten Minuten
✅ Adaptil Diffuser (Pheromone):
→ Beruhigend für ängstliche Hunde
✅ Online Hundetraining:
→ Strukturierte Anleitung von Profis
→ Flexibel von zuhause lernbar
Bis hierhin kannst du vieles allein umsetzen. Wenn du merkst, dass du beim
Üben immer wieder an derselben Stelle hängen bleibst, hilft ein Kurs, der
das Thema von vorne bis hinten durchgeht statt nur einzelne Tricks zu zeigen.
Werbung: Ich verweise hier auf die Online Hundeschule von Conny Sporrer.
Sie ist Hundetrainerin, hat ihre Ausbildung bei Martin Rütter gemacht und
leitet nach eigenen Angaben den Martin Rütter DOGS Standort in Wien. Ihre Online-Schule
besteht aus einer Videobibliothek, die laufend um neue Themen erweitert
wird, dazu kommen monatliche Live-Webinare.
👉 Online Hundeschule Conny Sporrer ansehen (Werbung)
Alleinbleiben ist ein gutes Beispiel dafür, dass die entscheidende Arbeit zu Hause passiert und nicht auf dem Übungsplatz. Welche Themen du selbst stemmen kannst und welche nicht, findest du in Hundeerziehung ohne Hundeschule.
Fazit
Hund alleine lassen ist erlernbar — für fast jeden Hund. Der Schlüssel ist Geduld, konsequentes Üben und ein ruhiges Abschieds-Ritual. Wer sich die Zeit nimmt es richtig aufzubauen hat langfristig einen entspannten Hund der weiß: Du kommst immer wieder zurück.
Hast du Erfahrungen gemacht oder Fragen? Schreib sie gerne in die Kommentare!
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links kaufst erhalte ich eine kleine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Lies auch: https://mein-hundecoach.de/trennungsangst-beim-hund-was-wirklich-hilft/
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und persönliche Erfahrungen wieder. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Hundetrainer oder Hundeverhaltensberater und keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung. Jeder Hund ist anders — was bei einem Hund funktioniert, kann bei einem anderen ungeeignet sein. Bei Verhaltensauffälligkeiten, gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheit wende dich bitte an deinen Tierarzt oder einen ausgebildeten Hundetrainer vor Ort. Eine Haftung für Schäden aus der Anwendung der hier beschriebenen Tipps ist ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.
