Einleitung:
Du genießt einen entspannten Spaziergang im Wald — und plötzlich ist dein Hund weg. Er hat eine Fährte aufgenommen und jagt querfeldein. Du rufst, pfeifst, schreist — nichts hilft. Minuten später kommt er keuchend zurück als wäre nichts gewesen.
Jagen ist für Hunde eines der befriedigendsten Dinge überhaupt — es ist tief in ihren Instinkten verankert. Genau das macht es so schwer abzugewöhnen. Unmöglich ist es aber nicht.
In diesem Artikel zeige ich dir 5 konkrete Schritte die dir helfen das Jagdverhalten deines Hundes unter Kontrolle zu bringen.
Warum jagen Hunde überhaupt?
Jagen ist kein Fehler deines Hundes — es ist Instinkt. Hunde sind Raubtiere und das Jagen löst in ihrem Gehirn eine Glücksreaktion aus die kaum zu überbieten ist.
Das bedeutet für dich: Du kannst nicht einfach „Nein“ sagen und erwarten dass es aufhört. Du musst das Jagdverhalten durch etwas Besseres ersetzen — oder es gezielt kontrollieren.
Wichtig zu wissen: Manche Rassen jagen stärker als andere. Windhunde, Terrier, Beagles und viele Hütehunde haben einen besonders ausgeprägten Jagdtrieb. Das bedeutet nicht dass Training sinnlos ist — aber du brauchst mehr Geduld.
Schritt 1: Sicherheit zuerst — Schleppleine nutzen
Solange dein Hund noch jagt, gehört er draußen an die Schleppleine. Das ist keine Strafe — es ist Sicherheit für ihn und für das Wild.
Eine Schleppleine ist 10–15 Meter lang und gibt deinem Hund viel Bewegungsfreiheit. Gleichzeitig kannst du eingreifen bevor er wirklich losjagt.
So nutzt du die Schleppleine richtig:
- Lass sie locker schleifen — nicht festhalten
- Sobald dein Hund Jagdverhalten zeigt — steif werden, Ohren aufstellen, starren — ruf ihn sofort
- Kommt er nicht → geh auf die Leine aber rucke nicht
Schritt 2: Das Jagdverhalten früh erkennen
Hunde zeigen immer Anzeichen bevor sie losrennen. Lerne diese Signale zu erkennen:
🔴 Steifer Körper
🔴 Ohren aufgestellt
🔴 Starrer Blick in eine Richtung
🔴 Nase arbeitet intensiv am Boden
🔴 Langsames Anschleichen
Sobald du diese Signale siehst — handle sofort. Ruf deinen Hund bevor er losjagt. Es ist viel einfacher ihn aus der Anspannung zu holen als aus dem vollen Jagdmodus.
Schritt 3: Einen unwiderstehlichen Rückruf aufbauen
Wie im vorherigen Artikel erklärt: Ein zuverlässiger Rückruf ist die Grundlage für alles. Ohne ihn kannst du das Jagdverhalten kaum kontrollieren.
Trainiere den Rückruf erst in ruhigen Situationen — dann steigere die Ablenkung schrittweise. Irgendwann trainierst du auch in Situationen wo Wild in der Nähe ist — aber erst wenn der Rückruf in ruhigen Situationen absolut zuverlässig funktioniert.
Schritt 4: Jagdtrieb kanalisieren — nicht unterdrücken
Statt den Jagdtrieb komplett zu unterdrücken — was kaum funktioniert — kannst du ihn in kontrollierte Bahnen lenken:
- Apportieren: Wirf einen Ball oder ein Spielzeug — dein Hund jagt das Objekt statt Wild
- Nasenarbeit: Verstecke Leckerlis im Gras — dein Hund nutzt seinen Jagdinstinkt zum Suchen
- Schleppenarbeit: Eine künstliche Schleppe simuliert eine Fährte — dein Hund darf jagen, aber kontrolliert
Diese Aktivitäten ermüden deinen Hund mental viel stärker als normale Spaziergänge — ein müder Hund jagt weniger.
Schritt 5: Konsequenz und Geduld — jeden Tag
Das Wichtigste beim Jagdtraining ist Konsequenz. Ein einziger erfolgreicher Jagdausflug kann Wochen Training zunichte machen — weil das Erfolgserlebnis für deinen Hund so intensiv ist.
Das bedeutet:
- Solange der Jagdtrieb nicht unter Kontrolle ist → immer Schleppleine im Freigelände
- Niemals hoffen dass es heute schon klappt ohne Leine
- Jeden Tag kurze Trainingseinheiten — 10 Minuten reichen
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Lies auch: Hund kommt nicht zurück wenn er ohne Leine läuft — was tun?
Fazit
Jagdverhalten komplett abzustellen ist bei manchen Hunden sehr schwer — aber es unter Kontrolle zu bringen ist für jeden Hund möglich. Mit der richtigen Strategie, konsequentem Training und etwas Geduld wirst du schon bald entspanntere Spaziergänge erleben.
Kämpfst du auch mit dem Jagdverhalten deines Hundes? Schreib deine Erfahrungen gerne in die Kommentare!
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